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Ehrenamt und finanzielles Engagement erhält unseren Sport

Eine Sportart wie Orientierungslauf kann in Deutschland nur durch das überproportional hohe finanzielle Engagement seiner Anhänger überleben, solange deutsche Spitzenorientierungsläufer keine Olympiamedaillen nach Hause holen.

Seit 1990 bis heute ist das Budget der deutschen Orientierungsläufer aus den Quellen der nationalen Sportförderung (Dachverband und Innenministerium) von umgerechnet 175.000 Euro auf 15.000 Euro pro Jahr gesunken, also auf unter 10 Prozent, und den Orientierungsläufern ist inzwischen die Null angekündigt.

Schon vor 22 Jahren erkannten die Gründer des Fördervereins Orientierungslauf diesen Trend. Heute sorgt der Förderverein mit seinem Spendenaufkommen von derzeit rund 25.000 Euro jährlich bereits für einen kleinen Teil der für eine fundierte Verbandsarbeit notwendigen, finanziellen Grundlagen. Nur ein paar wenige Zahlen: Allein der deutsche Spitzensport veranschlagt seinen Finanzbedarf für eine international adäquate Arbeit mit 500.000 Euro. Spitzennationen investieren noch mehr in Trainingslager, Trainer, medizinische Betreuung, internationale Meisterschaften und Weiteres. Die deutschen Jugend-, Junioren- und Elite-Athleten und ihre Trainer kommen zurzeit mit dem Minimaletat von 100.000 Euro aus. Aber auch diese Zahl hat eine Schattenseite: mindestens ein Drittel davon bezahlen sie rein privat! Der Förderverein stützt zu knapp 15 Prozent diesen Etat.

Im Oktober wurde ich von den Fördervereinsmitgliedern zu ihrem ersten Vorsitzenden gewählt nachdem mein Vorgänger und Mitgründer Prof. Dr. Nikolaus Risch sich nach 22 erfolgreichen Jahren nicht mehr zur Wahl stellte. Außerdem konnten Prof. Dr. Milena Grifoni und Jürgen Kaminski neu für den Fördervereinsvorstand gewonnen werden. Henning Bruns und Heiko Gossel arbeiten weiterhin mit.

Nach 35 Jahren OL und meinem Engagement in verschiedenen seiner Bereiche, möchte ich auf dieser Position für die Stabilisierung und Weiterentwicklung unseres wunderbaren Natursports kämpfen. Die komplizierte Ausgangslage habe ich im vorhergehenden Abschnitt kurz angerissen.

Im Folgenden möchte ich einige Schwerpunkte nennen, in denen ich und der Fördervereinsvorstand Handlungsschwerpunkte sehen.

  • Neue OL-Vereine und –Gruppen, vornehmlich innerhalb „weißer Flecken“
  • Schul-OL-Projekte
  • Einrichtung solider Festpostennetze
  • Naturschutzprojekte und entsprechende Bildungsprogramme
  • Genehmigungsverfahren von Veranstaltungen
  • Steigerung des Bekanntheitsgrades in Deutschland und die interne und externe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
  • Nationalkader
  • Honorierung des Spendenengagements

Alle Aktivitäten werden in partnerschaftlicher Zusammenarbeit unter anderem mit dem Technischen Komitee, dem DOSV, dem Förderverein Mountainbike-Orienteering und dem Kuratorium Sport und Natur stattfinden. Der Fördervereinsvorstand wird auch weiterhin ehrenamtlich und mit minimalen Verwaltungskosten arbeiten.

Orientierungslauf ist ein Mitmach-Sport. Viele sind regional und im Verein aktiv. Das ist unsere wichtigste Basis. Aber ein global verbreiteter Sport wie Orientierungslauf mit einem wohldurchdachten Wettkampfsystem braucht auch den Einsatz auf nationaler Ebene. Deutsche Meisterschaften und Ranglisten sind, neben dem Naturerlebnis und dem Gemeinschaftsgefühl, Anreiz für Viele, dabei zu sein und zu trainieren. Sowohl regionales als auch deutschlandweites Engagement ist also wichtig für unseren Sport. Beides beeinflusst sich gegenseitig und muss weiterhin vom Förderverein unterstützt werden.

Der Förderverein ist nur durch seine Spender und Mitglieder handlungsfähig. Deshalb:

  • Nimm Kontakt auf!
  • Werde Mitglied!
  • Spende – falls möglich – zusätzlich zum kleinen Mitgliedsbeitrag regelmäßig!
  • Auch Nichtmitglieder können spenden, auch zweckgebunden! (Kontoverbindung links)
  • Schlage Förderprojekte zur Entwicklung des Orientierungslaufes in Deutschland vor!

Das Jahresende ist ein guter Zeitpunkt für Dein Engagement.

Lutz Spranger, 1. Vorsitzender Förderverein Orientierungslauf e.V., 1.12.2015


Rückblick auf 2015

Die Deutsche Meisterschaft über die lange Distanz in Bad Harzburg im Oktober bot wieder den Rahmen für unsere jährlich angesetzte Mitgliederversammlung des Fördervereins.

Auch im Jahr 2015 konnten wir unsere Arbeit kontinuierlich fortsetzen. Wir, der Förderverein mit seinen 126 Mitgliedern selbst, und die Unterstützten danken allen Spendern!

Wieder konnten rund 25.000 Euro zur Förderung des deutschen Orientierungslaufes investiert werden. Zu 75 Prozent war der Bereich Leistungssport Geldempfänger. Wir bezuschussten Trainingslager, Startgelder, Reisekosten, Bekleidung und Technik. Wir möchten nicht unerwähnt lassen, dass der Nationalkader selbst und seine Trainer enthusiastisch zu einem viel zu großen Anteil ihre Reisen und Maßnahmen selbst finanzieren. In anderen Sportarten oder OL-Verbänden der Welt wäre das undenkbar. Deshalb gilt unser Dank auch dem Nationalkader selbst und seinen Trainern für diesen Einsatz! Ihr seid Vorbild für viele Orientierungsläufer quer durch Deutschland!

Der Spitzensport kann übrigens gezielt auch über die TOP10-Initiative finanziell unterstützt werden.

So gern wir unsere Spitzensportler unterstützen, vernachlässigen wir dabei leider den Bereich Breitensport. Das wird auch auf der Mitgliederversammlung mehrmals angesprochen. Jeder weiß, auch WM-Teilnehmer wie Susen Lösch oder Bjarne Friedrichs haben einmal klein in einem Verein angefangen. Realistisch betrachtet, können wir unsere Einnahmen nur erhöhen und diese Gelder zukünftig in die Basisarbeit investieren.

Mit dem nach der Förderung des Spitzensportes verbleibenden Geld wurde in diesem Jahr die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Auszeichnung der Bundesranglistensieger (In der Damen- bzw. Herren-Hauptklasse siegte das Geschwisterpaar Susen und Sören Lösch), die Park-Tour, die umweltpolitische Arbeit und die Neugründung eines OL-Vereins unterstützt.

Die Mitgliederversammlung 2015 hat – wie angekündigt – Lutz Spranger aus Berlin an die Spitze des Fördervereins gewählt. Er löst nach 22 erfolgreichen Jahren Prof. Dr. Nikolaus Risch aus Paderborn ab, der sich anderen Aufgaben im Orientierungslauf stellen möchte. Außerdem werden neben den altbewährten Vorstandsmitgliedern Heiko Gossel (Dresden) und Henning Bruns (Bad Harzburg), Prof. Dr. Milena Grifoni (Regensburg) und Jürgen Kaminski (Berlin) in den Vorstand gewählt. Diese Mannschaft fühlt sich frisch und kompetent, die Arbeit erfolgreich fortzusetzen und neue Aufgaben anzupacken. Der neu gewählte Vorstand hat die vermehrte Förderung der Grundlagenarbeit im Fokus.

Die jährliche Verleihung des Wanderpokals ist eine wichtige Wegmarke. Der Pokal geht in diesem Jahr an Rainer Müller. Insbesondere seine Tätigkeiten als Schul-OL-Organisator im Dresdner Raum, Wettkampf¬veranstalter, Verantwortlicher für Wettkampfwesen im Technischen Komitee, Mitherausgeber der aktuellen Wettkampfbestimmungen, langjährige Veranstalter der Schulungen für Technische Delegierte sowie sein oftmaliger Einsatz als nationaler und internationaler Technischer Delegierter bei zahlreichen OL-Veranstaltungen prädestinieren ihn für den diesjährigen Preis. Auf der Mitgliederversammlung wird einhellig für Rainer Müller gestimmt.

Der Förderverein arbeitet zwar eng verzahnt mit dem Technischen Komitee und dem DOSV aber trotzdem unabhängig. Wenn der Dachverband DTB seine finanziellen Mittelzuweisungen an seine wohl ungeliebte Sparte Orientierungslauf allerdings jetzt auf Null reduziert, wird klar – das betrifft auch uns, den Förderverein direkt, denn ohne uns geht damit fast nichts mehr. Deshalb wird es in naher Zukunft auch einen neuen Anlauf für die Gewinnung eines offiziellen Verantwortlichen für Sponsoring im Förderverein geben.

Weil der Mitgliedsbeitrag mit 30 Euro seit Gründung des Fördervereins stabil ist und auch zukünftig bleiben soll, ersucht der Vorstand seine Mitglieder, freiwillig eine jährliche, angemessene Zusatzspende zu leisten, die zusammen mit dem Beitrag abgebucht werden kann. Für diese Spende wird natürlich auch eine entsprechende Spendenquittung für die Steuerermäßigung ausgestellt. Diese jährlich wiederkehrende Spendenoption ist für bestehende und zukünftige Mitgliedschaften im neuen Antragsformular ersichtlich.

L. Spranger, 15.11.2015


Protokoll der Mitgliederversammlung des Fördervereins OL
am 10.10.2015 in Bad Harzburg

 Das Protokoll der Sitzung zum Download als PDF-Datei


Einladung zur Mitgliederversammlung des Fördervereins OL e.V.

Ort: Bad Harzburg, Kurhaus, Nebenraum des Kursaals / der Siegerehrung Cafeteria des Werner-von-Siemens-Gymnasiums; Herzog-Wilhem-Straߟe 23; 38667 Bad Harzburg; 51.88438N,10.556892O (Massenquartier; 1,2 km zur Siegerehrung)
Zeit: Samstag, 10. Oktober 2015, 18.00 - 19.50 Uhr (direkt vor der Siegerehrung)

Vorgeschlagene Tagesordnung:
TOP 1 Genehmigung der Tagesordnung
TOP 2 Bericht des Vorstands und der Kassenprüfer
TOP 3 Entlastung des Vorstands
TOP 4 Wahl des Vorstands
TOP 5 Wahl der Kassenprüfer
TOP 6 Wanderpokal des Fördervereins
TOP 7 Ehrung der Ranglistensieger
TOP 8 Weiterentwicklung und Maßnahmen
TOP 9 Verschiedenes

Wir bitten um rege Teilnahme.
Mit Lutz Spranger steht ein Kandidat für die Ablösung des 1. Vorsitzenden bereit. Weitere Kandidaten sind weiter herzlich eingeladen!
Weil die Wahl in diesem Jahr also spannend werden kann, sind nahezu 2 Stunden für die Versammlung angesetzt.
Außerdem wird es unter dem Punkt acht einen Antrag zur Änderung der Beitragsordnung geben.
Und, aus den Reihen des Fördervereins nimmt der Vorstand gern weitere Vorschläge für den diesjährigen Wanderpokal entgegen.

gez. Nikolaus Risch, 1. Vorsitzender, 3.9.2015 (Änderung des Veranstaltungsortes am 7.10.2015)


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